
Das Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat im Jahre 2003 das Hochschuloptimierungskonzept (HOK) verabschiedet und damit strukturelle Veränderungen bei den Hochschulen eingefordert.
Für die Technische Universität Clausthal bedeutete das HOK umfangreiche haushaltsmäßige Belastungen und den Beginn struktureller interner Veränderungen.
Zur Bewältigung dieser Aufgabe erhielt die Universität intensive Unterstützung durch Mitarbeiter an dem von Thyssen-Krupp konzernweit aufgelegten TKbest-Programm ("business excellence in service and technology").
Mit den Erfahrungen und unter Begleitung von TKbest leitete die Hochschule einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) ein, der als bislang einmalig in der niedersächsischen Hochschullandschaft einzustufen ist. Schwerpunkte dieses Optimierungsprozesses sind die Werkstätten, Laboratorien, zentralen Einrichtungen und die Verwaltung.
Um sich einen Eindruck über die Organisationsabläufe, den Einsatz der Personalressourcen, der Auslastung des Maschinenparks etc. zu verschaffen, wurde eine Projektgruppe gebildet, die bis ins Detail gehend jede Einrichtung durchleuchtete und auf dieser Basis einen Abschlussbericht erstellte. Der Bericht enthält u. a. Aussagen über die Institutsausstattungen, Effizienz der Werkstätten etc. und gibt Empfehlungen, im Wege eines Optimierungsprozesses Veränderungen kurz- und mittelfristig herbeizuführen. Den Mitarbeitern in den betroffenen Einrichtungen wurde von TKbest nicht nur eine gute Ausbildung sondern auch eine besondere Einsatzfreude bescheinigt, Grundvoraussetzung für die anstehende Arbeit.
Die Ergebnisse von TKbest hatte das Präsidium der Technischen Universität Clausthal gemeinsam mit dem Personalrat aufgegriffen und zum Anlass genommen, für die Hochschule ein Optimierungsprogramm zu erstellen. Das Projekt TUCplus wurde gestartet.
Nach Bildung eines Lenkungskreises unter Federführung des Vizepräsidenten für Forschung und Hochschulentwicklung, Professor Dr. H.-P. Beck, wurden Projektgruppen eingerichtet, die sich zielgerichtet auf folgende Themenbereiche konzentrierten:
Ziel war es, durch die Bearbeitung von definierten Optimierungsprojekten z. B. zur Reduzierung von Hallenflächen, zur Senkung von Betriebskosten, zu effizienteren Geräteauslastungen, Senkungen der Reinvestionsquote etc. zu gelangen.
Die Projektgruppen haben unter Berücksichtigung der Zielvorgaben erste Ergebnisse zu Beginn des Monats Dezember 2005 abgegeben und diese den Leitern und Leiterinnen der Einrichtungen im gleichen Monat präsentiert. Die Hochschulöffentlichkeit wurde durch Personalrat und Präsidium im Februar 2006 im Rahmen einer Beschäftigtenversammlung informiert.
Im Lenkungskreis wurde daraufhin ein sogen. „Fahrplan“ zur Umsetzung der notwendigen Veränderungen abgesprochen, den Präsidium und Personalrat bestätigten:
Die seitens des Lenkungskreises vorgeschlagenen Veränderungsprozesse werden bei einer Empfehlung durch das Präsidium an den Personalrat gegeben, der diese Konzeptionen bestätigen oder auch Veränderungen vorschlagen kann. In jedem Fall gibt es vor der tatsächlichen Umsetzung ein gemeinsames Votum beider Institutionen.
Als besonders hilfreich erwies sich in der Planungsphase eine zwischen der Hochschule und ver.di geschlossene Rahmenvereinbarung zur Umsetzung des Optimierungsprozesses.
Vor dem Hintergrund des HOK besteht hochschulintern ein erheblicher Einspardruck, der nur mit Unterstützung solcher Veränderungsprozesse getragen werden kann und den Einrichtungen und dem Personal zumindest die Chance bietet, sich kreativ und konstruktiv an der Neugestaltung zu beteiligen.
Die Umsetzungsphase hat an der TU Clausthal im März 2006 begonnen.